Jugendbegleiterprogramm
Rund 200 Modellschulen in Baden-Württemberg starteten zum 1. Februar 2006.
Viele dieser Schulen liegen auf dem Gebiet der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Eine Liste aller Modellschulen befindet sich auf der offiziellen Jugendbegleiter-website
Mit dem Jugendbegleiterprogramm sollen laut Landesregierung ganztägige Angebote im schulischen Raum gesichert und neu geschaffen werden. Dazu soll qualifiziertes Ehrenamt von Vereinen, Verbänden, Kirchen und Eltern in die Ganztagesbetreuung integriert werden.
Was ist die Aufgabe der Jugendbegleiter in der Schule?
Jugendbegleiter werden für unterrichtsergänzende Bildungs- und Betreuungsaufgaben an offenen Ganztagesschulen eingesetzt, geben Hilfestellungen bei der Verwirklichung von Eigeninitiativen der Schüler und werden in der Regel von der Schule in Kooperation mit dem Schulträger und mit Organisationen herangezogen. Jugendbegleiter verpflichten sich für mindestens ein Schulhalbjahr. Die wöchentliche Einsatzzeit richtet sich nach der Erfordernissen vor Ort.
Wer kann Jugendbegleiter werden?
Jugendbegleiter kann fast jeder werden: Rentner, Mütter, Väter, Handwerker, Geschäftstleute, Künstler, Jugendleiter, Schülermentoren,... Die Auswahl trifft im Idealfall ein Koordinierungskreis vor Ort, in dem Vertreter der Schule und der beteiligten Organisationen sitzen. In letzter Instanz entscheidet der Rektor der Schule. Ob der Jugendbegleiter ein Honorar bekommt entscheidet jede Schule individuell. Die Schulen erhalten eine pauschale Zuweisung, die je nach Einsatzahlengestaffelt ist.
Wie sieht die Qualifizierung der Jugendbegleiter aus?
Es soll eine mehrstufige Qualifizierung geben, die allerdings nicht Voraussetzung für einen Einsatz als Jugendbegleiter sein wird. Als besonders geeignet werden Menschen angesehen, die sich bereits qualifiziert haben, z.B. Inhaber einer Juleica und Schülermentoren.
Wie kommen die Schulen zu ihren Jugendbegleitern?
Das Ministerium hat einen Rahmenkatalog erstellt, der alle wichtigen Informationen enthält. Als Kontaktstellen für Schulen werden hierbei die Schuldekanatsämter benannt. Diese werden dann die Anfragen entsprechend weiterleiten. Ansprechpartner für die katholische Jugendarbeit sind als Fachstellen in den Dekanaten die katholischen Jugendreferate.
Der Rahmenkatalog enthält zudem die Adressen der teilnehmenden Schulen. In der Praxis vor Ort wird dieser Rahmenkatalog zu Beginn eher eine untergeordnete Rolle spielen. Die Rektoren bzw. die Städte als Schulträger werden auf die Organisationen zugehen, zu denen sie Kontakt haben und die sie für das Projekt gewinnen wollen.
Viele Städte sind bereits dazu übergegangen die Arbeitsfelder ihrer kommunalen Jugendarbeiter und Jugendhausmitarbeiter auf das Feld Schule hin umzuwidmen. Die bisher vorliegenden Erfahrungen zeigen, dass die Betreuungsangebote vor allem von hauptamtlichen kommunalen Jugendarbeitern, von Jugendmusikschulen und Sportvereinen durchgeführt werden.
Wie ist die Lage einzuschätzen?
Von den vielen Vorschlägen, die der Landesjugendring und damit auch der BDKJ in die Diskussion eingebracht haben ist nicht viel übrig geblieben: Qualifizierung wird nur empfohlen; die alleinige Entscheidung liegt beim Schulleiter; ein (beratendes) Koordinationsgremium wird nur empfohlen; Gelder fließen nur an die Schulen und Schulträger, die auch als einzige einen Antrag für die erste Phase stellen konnten. Es ist deutlich geworden, dass der Ministerpräsident den Weg hin zur Ganztagesbetreuung zügig beschreitet. Dieser Prozess ist nicht aufzuhalten. Daher sollte die katholische Jugendarbeit schauen, wo hierbei der beste Platz für sie ist.
Was ist zu tun?
Wenn sich ein Jugendverband oder eine Jugendgruppe vor Ort dafür interessiert beim Jugendbegleiterprogramm aktiv zu werden, sollte sie sich zuvor anhand der nachfolgenden Fragen eingehende Gedanken machen:
> Was ist unser Ziel dabei?
> Welchen Nutzen haben wir davon? Wie profitieren wir als Jugendgruppe/
-verband?
> Entspricht es unserem Bildungsverständnis und unserem Verständnis von
Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?
> Wird unser Profil als katholische Jugendarbeit klar erkennbar?
> Lässt sich unser Angebot beim Jugendbegleiterprogramm mit unserer eigenen
Jugendarbeit in der Gemeinde vernetzen?
> Ist es mit unseren Ressourcen leistbar? (Haupt- und Ehrenamtliche)
Zudem ist es sinnvoll diese Fragen mit anderen Personen und Gruppen aus der Kirchengemeinde gemeinsam zu beraten, da das Jugendbegleiterprogramm nicht nur an eine Anfrage an die Jugendarbeit ist, sondern an die Kirchengemeinden und Seelsorgeneinheiten. Im Zweifel eignet es sich im Moment sogar eher für rüstige Rentner aus den Gemeinden und für Erwachsenenverbände.
Gelungene Beispiele
Beispiele aus dem Jugendbereich, wie es funktionieren kann, sind die Gruppenstunde der DPSG in Böblingen (Querschnitt Dezember 2005) und das Schülermentorenprogramm der KSJ (Querschnitt Oktober 2005). In der Kirchengemeinde St. Maria in Aalen läuft derzeit ein junior-Schülermentorenprogramm mit einer Realschule. Dabei treffen sich SchülerInnen 14tägig in der Kirchengemeinde, um dort gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus der Gemeinde kleine Aktionen vorzubereiten, die sie wöchentlich in der Großen Pause durchführen. Dieser Ansatz ließe sich auch auf den Jugendbegleiter umwidmen.
Materialien zum Download
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Kontakt
Dominik Hillebrand, Bildungsreferent, Fon 07153 3001 - 161
Benjamin Wahl, Projektreferent, Fon 07153 3001 -126
Christina Arndt, Sekretariat, Fon 07153 3001 -162
Martina Resch, Sekretariat, Fon 07153 3001 -129
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