
Zehntausende junge Menschen sind in Baden-Württemberg und bundesweit unter dem Motto „GEN Z regelt …“ auf die Straße gegangen. Der BDKJ Baden-Württemberg würdigt die Demonstrationen als starkes Zeichen demokratischer Beteiligung, solidarisiert sich mit ihren inhaltlichen Anliegen – und fordert Politik und Gesellschaft auf, die Anliegen junger Menschen ernst zu nehmen.
Die Proteste der vergangenen Woche waren groß, bunt und mehrheitlich friedlich: Junge Menschen in Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Mannheim, Ulm und vielen weiteren Städten haben deutlich gemacht, was sie bewegt – bezahlbarer Wohnraum, Bildungsgerechtigkeit, Nein zur Wehrpflicht, ein Leben ohne Existenzsorgen, Klimagerechtigkeit und echte Mitbestimmung. „Die inakzeptable Gewalt und Unterwanderung der friedlichen Proteste durch einige wenige darf nicht dazu führen, dass sie die Debatten prägen. Jetzt muss es darum gehen, die berechtigten Anliegen vieler junger Menschen durch Entscheidungsträger*innen zu adressieren“, meint Fidelis Stehle, BDKJ-Diözesanleiter Rottenburg-Stuttgart.
Beteiligung ist Kern der Demokratie
Der BDKJ Baden-Württemberg betont: Wer sich einbringt, für die Debatte bereit ist, wer laut ist und Forderungen formuliert, übt demokratisches Grundrecht aus. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit gehören zu den höchsten Gütern unseres Grundgesetzes – sie gelten selbstverständlich auch für junge Menschen, die vielfach noch nicht wählen dürfen. „Dass Jugendliche und junge Erwachsene trotz fehlender Stimmzettel auf die Straße gehen, zeigt eindeutig, wie groß ihr Wunsch nach Gehör ist. Politik, die junge Menschen ernst nimmt, muss dafür sorgen, dass dem Wunsch nicht nur auf Demonstrationen nachgekommen wird“, so Moritz Baßler, BDKJ Diözesanleiter in der Erzdiözese Freiburg.
Junge Menschen sollen erleben: Ihr Engagement zahlt sich aus
Entscheidend ist aus Sicht des BDKJ, was nach den Demonstrationen passiert. Junge Menschen sollen erleben, dass ihr Engagement Folgen hat – dass Protest nicht die einzige Bühne ist, auf der sie gehört werden. Der BDKJ Baden-Württemberg fordert deshalb:
Kein Generationenkonflikt, sondern ein gemeinsames Projekt
Der BDKJ Baden-Württemberg warnt davor, die Proteste auf einen Generationenkonflikt zu verkürzen und die Inhalte aus dem Fokus zu verlieren. Die Forderungen der jungen Menschen richten sich nicht gegen ältere Menschen, sondern gegen Zustände: gegen Verteilungsungerechtigkeiten, mangelnde Mitbestimmung und zu wenig Planbarkeit für junge Lebensentwürfe. „Es geht nicht darum, Generationen gegeneinander auszuspielen. Es geht darum, dass sich alle Generationen eine Gesellschaft leisten können – das ist genuine Jugendpolitik“, betont Baßler „Die Demonstrationen zeigen: Junge Menschen wollen mitregeln. Unsere Aufgabe ist es, ihnen die Türen dafür zu öffnen – nicht erst beim nächsten Protest.“