Katholische Jugend nimmt an CSD teil

09.07.2026 | Laufgruppe solidarisiert sich mit der Queer-Community

Queer und katholisch: Junge Katholik*innen wollen beim Christopher Street Day in Stuttgart am 25. Juli für mehr Akzeptanz queerer Menschen in Kirche und Gesellschaft demonstrieren. Unter dem CSD-Motto „Füreinander laut, miteinander stark.“ laden verschiedene kirchliche Organisationen vor der Parade zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Johanneskirche am Feuersee ein. Beginn ist um 11:00 Uhr.

Die Vertreter*innen katholischer Jugendgruppen des BDKJ Rottenburg-Stuttgart wollen am 25. Juli an der Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) in Stuttgart teilnehmen. Die Parade steht unter dem Motto: „Ohne Uns kein Wir! Füreinander laut, miteinander stark.“ Gemeinsam mit Vertreter*innen der Initiative #OutInChurch und der Evangelischen Jugend Stuttgart setzen die jungen Christ*innen ein Zeichen gegen Diskriminierung queerer Menschen in Kirche und Gesellschaft.

 „Angesichts der zunehmenden Gewaltbereitschaft rechter Gruppierungen gegen die queere Community ist es umso wichtiger, dass wir uns als Teil einer vielfältigen Gesellschaft an die Seite von LGBTIQ+-Personen stellen und nicht schweigen, wenn Unrecht geschieht!“ " erklärte Diözesanleiterin Nadine Maier. „Als junge Christ*innen sind wir überzeugt, dass alle Menschen von Gott geliebt sind. Wir gehen gemeinsam auf die Straße, um Solidarität zu zeigen und für Akzeptanz einzustehen. Kirche kann und soll ein Ort sein, an dem alle willkommen sind. Unser Segenbogen aus Luftballons in Regenbogenfarben lädt dazu ein, hindurchzugehen und sich Gottes Segen zusprechen zu lassen“, so Viviane Medla vom BDKJ. Damit die christlichen Gruppen auch deutlich sichtbar im Demo-Zug sind, hat sich die Laufgruppe der EJUS etwas Besonderes einfallen lassen: „Wir haben bunte Pride-T-Shirts mit dem Slogan „Faith spaces must be safe spaces“, erzählt Gabriele Mihy von der EJUS. Das Stuttgarter Asylpfarramt ist mit „Amour sans Frontières“, einer Gruppe für queere Geflüchtete, an der Stuttgart PRIDE beteiligt. „Wir wollen Postkarten mit Landesfahnen der Herkunftsländer und Infos über die dortigen Verfolgungssituationen von Queeren verteilen“, erklärt Asylpfarrer Dr. Sebastian Molter.

Bevor die Parade um 14:00 Uhr startet, besteht die Möglichkeit sich in einem ökumenischen Gottesdienst auf die Demo vorzubereiten. Von 11:00 bis 11:45 Uhr wird in der Johanneskirche am Feuersee das Thema „Füreinander“ in Form von Impulsen, Erfahrungsberichten und interaktiven Aktionen aufgegriffen und konkret thematisiert. „Christlicher Glaube erinnert daran, dass Gemeinschaft dort wächst, wo Menschen einander mit Respekt und Liebe begegnen, die Würde jedes Menschen achten und sich für gleiche Rechte und Chancen einsetzen. Am Ende des Gottesdienstes singen wir das Schlusslied im Kreis. Anschließend besteht die Möglichkeit zur persönlichen Einzelsegnung“, erklärt Pfarrerin Laura Helmle, Referentin für Theologie und Seelsorge bei der Evangelischen Gesellschaft (eva), die in diesem Jahr den CSD-Gottesdienst verantwortet. 

„Vergangenes Jahr haben sich die Stuttgarter Regenbogen- und Segnungsgemeinden erstmals an der Demo der Stuttgart PRIDE beteiligt. Für alle, die dabei waren, war das eine tolle Erfahrung. Uns ist es wichtig, auch in diesem Jahr ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz zu setzen und darauf hinzuweisen, dass es in vielen Kirchengemeinden die Möglichkeit einer Segnung queerer Paare gibt“, ergänzt ihr Pfarrkollege Dr. Lukas Lorbeer von der Evangelischen Sarahkirchengemeinde Stuttgart.

Alle Informationen zu Zeitplan und Route gibt es auf https://www.stuttgart-pride.de/alle-infos-zur-demo  


Der BDKJ auf Diözesanebene nimmt dieses Jahr zum vierten Mal an der Parade teil. Was 2017 mit einer überschaubaren Laufgruppe des BDKJ Esslingen-Nürtingen begann, wurde 2023 als fester Programmpunkt des BDKJ auf Diözesanebene beschlossen. 
Der Umgang mit sexueller Vielfalt wird in den katholischen Jugendverbänden bereits seit den 90er Jahren thematisiert. In seinem aktuellen Positionspapier „Liebt einander“ aus dem Jahr 2021 fordert der katholische Dachverband kirchlicher Jugendarbeit die Kirchenleitung auf, queere Menschen und gleichgeschlechtliche Liebe vollumfänglich anzuerkennen. Einen ersten Schritt hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart nun mit ihrer Handreichung zu „Segensfeiern für Paare, die sich lieben“ und der Einrichtung einer Queerpastoralstelle gemacht.