Auslands-Friedensdienst startet wieder

08.11.2021 | Drei WFD-Freiwillige sind Ende Oktober nach Uganda ausgereist

Nach einer 18-monatigen Pause entsenden die Weltkirchlichen Friedensdienste (WFD) der Diözese Rottenburg-Stuttgart erstmals wieder Freiwillige ins Ausland. Drei Freiwillige reisten Ende Oktober in ihre Einsatzstellen in Uganda. Für das Jahr 2022 ist das Bewerbungsverfahren in vollem Gange.

 

„Vor der Ausreise war ich eigentlich recht entspannt. Ab dem Moment, in dem wir durch den Sicherheitscheck gegangen sind, wurde es spannend. Denn ab da war ich auf mich selbst gestellt.“ So schildert Jannis den Tag der Ausreise, auf den er und seine beiden Mitfreiwilligen so lange gewartet hatten, und der aufgrund der ansteigenden Coronazahlen in Uganda im Juni nochmals um einige Wochen verschoben werden musste. Am Flughafen in Entebbe wurden die drei Freiwilligen jedoch von Ordensschwestern der Little Sisters of Saint Francis und der Good Samaritan Sisters in Empfang genommen, die sie über ihren gesamten Dienst hinweg begleiten werden.

Die beiden Freiwilligen Tabea und Lea konnten direkt nach der Einreise in die Zentren der Little Sisters of Saint Francis fahren, um in deren Bildungs- und Freizeiteinrichtungen sowie Gesundheitszentren ihren Dienst zu beginnen. Für Jannis geht der Dienst erst Anfang Dezember los, sobald die Schule in seinem Einsatzort Buloba wieder öffnet. Die Zwischenzeit nutzt er, um die Menschen im Einsatzort, die Schule und die Gegend kennen zu lernen und die Landessprache Luganda zu lernen.

Die Monate vor der Ausreise hat allen Freiwilligen viel Geduld abverlangt. Neben den Uganda-Freiwilligen bereiteten sich fünf weitere junge Menschen auf einen Dienst in Mexiko und in Thailand vor. Durch das Auftreten der Delta-Variante des Coronavirus und der weltweit ungerechten Impfstoffverteilung hatte sich die Situation in vielen Einsatzländern im Frühsommer des Jahres deutlich verschärft. Im August – dem eigentlichen Ausreisemonat – wurde deutlich, dass vorerst keine Ausreise in eines der Projekte möglich war. Jedes der Projekte muss einzeln darauf geprüft werden und insbesondere die Partnerorganisationen und Freiwilligen müssen eine Entsendung uneingeschränkt befürworten. Während dies für Uganda realisierbar schien, war die Situation in Thailand und Mexiko mit starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens, geschlossenen Einsatzstellen und explodierenden Fallzahlen undurchschaubarer. Eine Entsendung in diese beiden Länder wird im Februar 2022 nochmals geprüft.

Währenddessen laufen bei den Weltkirchlichen Friedensdiensten bereits die Vorbereitungen für den Jahrgang 2022. „Der Impffortschritt in vielen Ländern stimmt uns optimistisch, dass im August 2022 wieder deutlich mehr Ausreisen möglich sind“, urteilt Jakob Knebel, Referent für die Weltkirchlichen Friedensdienste. Seine Kollegin Katharina Reidick verweist auf die Wichtigkeit des Programmes in der aktuellen Situation: „Die Coronakrise war phasenweise eine Zeit des nationalen Egoismus und viele Menschen mussten sich ins Private zurückziehen. Die Weltkirchlichen Friedensdienste tragen jedoch dazu bei, dass globaler Austausch und Solidarität gefördert werden.“
Der nächste Bewerbertag für den Diözesanen Weltkirchlichen Friedensdienst ist am 18. Dezember 2021. 
Weitere Informationen unter: https://wfd.bdkj.info  

Die Freiwilligen im Jahrgang 2021/2022

Uganda
Lea Schinzel, Kirchheim unter der Teck
Jannis Leopold, Mainz
Tabea Wehle, Geislingen a. d. Steige


Der Weltkirchliche Friedensdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart entstand 1986 nach der damaligen Diözesansynode als bundesweit einzigartige Initiative dieser Art, damals noch unter dem Namen „Laien im Dienst der Evangelisierung und des Friedens“. Vor einigen Jahren erhielt der Dienst seinen heutigen Namen. Seit der Gründung leisteten über 500 junge Menschen den Weltkirchlichen Friedensdienst.