Gesicht zeigen bei #wirsindmehr

04.09.2018 | Junge KatholikInnen aus Baden-Württemberg reisen zum Konzert gegen Rechtsextrmismus und für Demokratie nach Chemnitz

„Wir dürfen den Naziparolen und der Hetze gegen Menschen anderer Herkunft nicht länger schweigend zusehen. Dem vergangene Woche offen zur Schau gestellten Rechtsextremismus und Fremdenhass muss nun entschieden entgegen getreten werden. Und zwar mit dem deutlichen Signal: Wir sind mehr.“ Diese Ansicht vertreten die 60 jungen Erwachsenen, die sich am 3. September mit einem Reisebus nach Chemnitz aufmachten.

Die Fahrt zum „Wir sind mehr“-Konzert gegen Rechtsextremismus und für Demokratie bot der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Rottenburg-Stuttgart an, nachdem sie von einigen Verbandsmitgliedern dazu angefragt wurden. Über die sozialen Netzwerke meldeten sich innerhalb weniger Stunden 60 junge Menschen für diese spontane Aktion an. „Toll, wie schnell so viele unserem Aufruf für das Einstehen für Toleranz und Nächstenliebe gefolgt sind und nun stellvertretend für den gesamten BDKJ Rottenburg-Stuttgart in Chemnitz Flagge zeigen gegen rechte Gewalt, rechte Hetze und rassistische Inhalte“, freut sich Alexandra Guserle, Diözesanleiterin BDKJ/BJA. Gemeinsam mit rund 65.000 KonzertteilnehmerInnen, die aus ganz Deutschland angereist waren, hielten die jungen Erwachsenen aus dem Schwabenland eine Schweigeminute für den durch eine Messerattacke verstorbenen Deutsch-Kubaner.

Dem Dachverband katholischer Jugendverbände ist klar, dass es sich bei den Naziaufmärschen in Chemnitz um kein ostdeutsches Phänomen handelt. Ganz Deutschland hat ein Rassismusproblem. „Wenn jedoch tausende Menschen in Sachsen rechtsextreme Parolen skandieren und Jagd auf Menschen mit vermutetem Migrationshintergrund machen, dann müssen wir dort und überall, wo Ähnliches auftritt, deutlich machen, dass die Mehrheit in Deutschland das nicht toleriert und anders denkt“, erklärt Guserle. Der BDKJ in Rottenburg-Stuttgart sieht es als seine politische Pflicht aus seinem christlichen Glauben heraus für Werte wie Nächstenliebe, Friede und Verständigung einzustehen. Gleichzeitig werden die katholischen Jugendverbände verharmlosende populistische Aussagen aus den Reihen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) als nationalistisches Gedankengut entlarven. Dies hatte der katholische Dachverband bereits nach der Bundestagswahl vor einem Jahr angekündigt.

„Unsere Ehrenamtlichen fühlen sich von dem Wissen getragen, dass eine breite gesellschaftliche Mehrheit die gleichen Ziele verfolgt – auch wenn diese 87 Prozent Nicht-AfD-WählerInnen nicht alle nach Chemnitz fahren können“, unterstreicht Alexandra Guserle die Motivation der jungen KatholikInnen.
Die Früchte der seit September 2017 intensiv betriebenen politischen Bildung zeigen sich neben dieser Spontanfahrt auch in der Initiative „stand against hate“, die drei FSJlerInnen des BDKJ ins Leben gerufen haben. Ziel der Aktion ist, die sozialen Medien mit Herzen zu fluten und dem Kampf gegen Rechts tausende Gesichter zu geben.


Infos unter:
www.facebook.com/projectstandagainsthate
www.instagram.com/stand.against.hate