Perspektivwechsel leben

23.07.2018 | 46 Freiwillige der Diözese werden in ihren Weltkirchlichen Friedensdienst entsendet

Am 20. Juli entsendete Weihbischof Thomas Maria Renz 46 junge Erwachsene ins Ausland, wo sie ihren Weltkirchlichen Friedensdienst (WFD) leisten werden. Ein Jahr lang werden sie in verschiedenen Ländern in Afrika, Lateinamerika und Asien leben und in sozialen Projekten mitarbeiten. Während des Gottesdienstes im Kloster Heiligkreuztal werden gleichzeitig neun Freiwillige aus Lateinamerika verabschiedet, die im vergangenen Jahr einen Bundesfreiwilligendienst in der Diözese geleistet haben.

 

Durch die Weltkirchlichen Friedensdienste wird in der Diözese Rottenburg-Stuttgart seit über 30 Jahren weltkirchliche Partnerschaft gelebt und gefördert. So werden auch viele der 46 Freiwilligen ihren Dienst in Gemeinden leisten, die über eine Partnerschaft mit Gemeinden der Diözese verbunden sind. Andere werden in Ordensgemeinschaften oder in sozialen, ökologischen und pastoralen Projekten tätig sein. Seit Anfang dieses Jahres werden die Freiwilligen in mehreren Seminaren auf ihren Dienst vorbereitet. „Eine intensive Vorbereitung ist wichtig, um den jungen Erwachsenen den Rücken zu stärken und eine reflektierte, selbstkritische Haltung einzuüben“ erklärt Bildungsreferentin Eva Ludwig. Auch während des Jahres werden die Freiwilligen immer wieder die Möglichkeit haben, sich miteinander auszutauschen und über ihre neuen Erfahrungen zu sprechen.

Die Gründe, die die jungen Erwachsenen für einen weltkirchlichen Friedensdienst motivieren, sind vielfältig. „Ich möchte einen Freiwilligendienst im Ausland machen, um einen tieferen Einblick in einen sozialen Beruf zu erlangen, um neue Kulturen zu entdecken und Menschen mit anderen Denkweisen kennenzulernen“ sagt Doris, die ihren WFD in Thailand verbringen wird.

Ganz ähnliche Motivationen hatten auch die neun Reverse-Freiwilligen, deren Jahr in Kindertagesstätten, Behinderteneinrichtungen und Gemeinden hier in Deutschland im August zu Ende geht. Sie konnten in dieser Zeit einen Perspektivwechsel erleben und Einblicke in andere Lebens- und Arbeitsweisen bekommen. Für Maria Alexandra aus Paraguay war vor allem Weihnachten ein ganz besonderes Erlebnis. „Ich hatte nicht die geringste Idee, wie Weihnachten in Deutschland ist“ sagt sie und berichtet begeistert vom Schmücken des Weihnachtsbaumes und von der Christmette in Laupheim. Während für die Reverse-Freiwilligen ein Jahr im Ausland zu Ende geht, liegt diese Erfahrung für die deutschen Freiwilligen noch vor ihnen. Sie werden in 13 verschiedene Länder entsendet und lernen dort ihrerseits viele neue Sichtweisen kennen.

Der Weltkirchliche Friedensdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart entstand 1986 nach der damaligen Diözesansynode als bundesweit einzigartige Initiative dieser Art, damals noch unter dem Namen „Laien im Dienst der Evangelisierung und des Friedens“. Vor einigen Jahren erhielt der Dienst seinen heutigen Namen. Seit der Gründung leisteten an die 500 junge Menschen den Weltkirchlichen Friedensdienst.