katholisch. politisch. aktiv.

Auswirkungen der Landesverordnung auf die katholische Jugendarbeit in Gruppenstunden und Freizeiten

Die Infektionsschutzmaßnahmen für die Kinder- und Jugendarbeit sind seit dem 3.4.2022 nicht mehr per CoronaVerordnung "Jugend" vorgeschrieben. Die aktuelle CoronaVO des Landes schreibt keine Abstands-/Masken- und Testpflicht mehr vor.

Eine Verordnung „Absonderung“ gibt es weiterhin, sodass z.B. positiv getestete Personen sich fünf Tage in Absonderung begeben müssen.

Mit Wegfall der vielen Maßnahmen verschwindet das Corona-Virus aber nicht. Ab sofort liegt es also in unserer Eigenverantwortung, wie wir uns und unsere Teilnehmer*innen in der Kinder- und Jugendarbeit vor Covid schützen.

Wir empfehlen, sich an den Handlungsempfehlungen des Landesjugendrings zu orientieren. Bei der Umsetzung wäre wichtig, dass ihr Sicherheitsmaßnahmen gemeinsam in der Gruppe/im Verein/im Jugendhaus besprecht und anschließend Abmachungen trefft bzw. Regelungen festlegt.

MASKEN

  • überlegt gemeinsam, in welchen Situationen eine Maskenpflicht sinnvoll ist und verfasst entsprechende Regelungen.

  • versucht dabei Menschen nicht auszuschließen, die Masken aus guten Gründen nicht tragen dürfen oder sollten.

  • Bestandteil eines Vertrages, z.B. die Anmeldung zu einer Freizeit, kann das elterliche Einverständnis zum Maskentragen sein.

TESTEN

  • Einigt euch gemeinsam, in welchen Situationen Testungen bzw. Testkonzepte sinnvoll sind. (Bei Symptomen während einer Veranstaltung empfehlen wir generell einen Schnelltest zu machen)

  • Achtet auch darauf, was eine Testpflicht für euer Angebot bedeutet: was ist z.B., wenn die Eltern der Testung durch euer Team nicht zustimmen?

  • Bestandteil eines Vertrages, z.B. der Freizeitenanmeldung, kann das Einverständnis der Personensorgeberechtigten sein, das Kind testen zu dürfen.

AUSBRUCHSMANAGEMENT

  • Bestehende Ausbruchsmanagementkonzepte solltet ihr weiterentwickeln und weiterhin anwenden.

  • gesonderte Versicherungen (z.B. Übernahme der Kosten von PCR-Tests im Ausland) können abgeschlossen werden.

  • Absonderung: die erkrankte Person wird isoliert, die Eltern werden informiert, Offizieller Antigenschnelltest wird veranlasst (Testzentrum)

HYGIENEKONZEPTE UND -STANDARDS

  • Bestehende Hygienekonzepte solltet ihr anpassen und weiterhin verwenden.

Kontakt für Fragen rund um Corona: coronafragen@bdkj.info

Corona FAQ

Die FAQ bieten Antworten auf häufig gestellte Fragen. Sie werden laufend aktualisiert und erweitert.

Allgemeine Fragen

Was muss ich bei den Räumlichkeiten beachten?

> Der Veranstaltungsort sollte so gewählt werden, dass die allgemeinen Abstandsempfehlungen von 1,5m eingehalten werden können.
> Die 10 qm-Regel entfällt.

 

 

Was muss ich im Bereich der Hygiene beachten?

> Das wird u.a. durch §2 "Abstands-, Masken- und Hygieneempfehlung" in der CorornVO des Landes beschrieben:

In einem Hygienekonzept (das so nicht mehr gefordert wird, wir aber weiterhin empfehlen) ist darzustellen, wie die Hygieneempfehlungen umgesetzt werden können, insbesondere

  • die Umsetzung der Abstandsempfehlung, vornehmlich unter Darstellung andersweitiger Schutzmaßnahmen, wenn ein Abstand nicht eingehalten wird, und die Regelung von Personenströmen,
  • die Umsetzung von Zutrittskontrollen,
  • die Umsetzung der Maskenempfehlung,
  • die regelmäßige und ausreichende Lüftung von Innenräumen,
  • die regelmäßige Reinigung von Oberflächen und Gegenständen,
  • eine rechtzeitige und verständliche Information über die geltenden Hygienevorgaben und -empfehlungen

Kann das örtliche Gesundheitsamt (beim Stadt- Landkreis) trotz gelockerter Verordnung die Durchführung von Angeboten strenger handhaben?

> Ja, im Rahmen des Infektionsschutzes übernehmen die örtlichen Gesundheitsämter eine wichtige Aufgabe. Sie können, um auf das lokale Pandemiegeschehen reagieren zu können, lokal/regional strengere Regeln fassen. Deswegen solltet ihr eure Freizeit vorher per Formblatt beim zuständigen Gesundheitsamt anmelden.
Sollten im Zeitraum eurer Freizeit strengere Regeln erlassen werden, wird das Gesundheitsamt auf euch zukommen.

 

Wer haftet, falls ein Corona Fall auftritt?

> Hier ist der verantwortliche Umgang mit Regeln nötig. Das kennen wir auch in Fragen der Aufsichtspflicht und verlangen nicht, dass der Gesetzgeber uns davon entbindet, diese auszuüben.
Im unwahrscheinlichen Fall, dass es zu einer Klage kommt, wird geprüft werden, ob die Bedingungen der Verordnung eingehalten oder fahrlässig nicht beachtet wurden. Daher solltet ihr im Vorfeld sicherstellen, dass Programmgestaltung und örtliche Bedingungen zur Verordnung passen (Prävention).

Wer es ganz offiziell braucht, hier die Aussage einer Versicherungsgesellschaft:
"Für Haftpflichtansprüche (einfach fahrlässig) aus Personenschäden, die aus der Übertragung einer Krankheit der Mitarbeitenden gegenüber den Teilnehmenden entstehen, besteht – abweichend zu den Allgemeinen Bedingungen – bedingungsgemäßer Versicherungsschutz. Kein Versicherungsschutz besteht für grob fahrlässig oder vorsätzlich verursachte Personenschäden, die aus der Übertragung einer Krankheit entstehen.
Weiter haftet gegenüber der*dem Teilnehmer*in zuerst der Vertragspartner, also der jeweilige Jugendverband bzw. Jugendring. Wer bei den Planungen den gesunden Menschenverstand zu Grunde legt, wird nicht in die Haftung kommen. Ebenso müsste im konkreten Fall nachweisbar sein, dass ein gewisser Umstand zur Infektion geführt hat und dieser ebenso vermeidbar gewesen wäre. Infektionen sind meist nicht bis zum 'Patient 0' nachzuverfolgen, weshalb es bisher auch bei anderen Infektionsausbrüchen (Noro-Virus) zu keinen Regressansprüchen gegenüber Ehrenamtlichen kam."

 

 

Gibt es Formulierungsbausteine für Elternbriefe, Hygienekonzepte etc. von z.B. anderen Freizeiten/ Ferienwelt?

> Elternbriefe müssen immer auf die Gegebenheiten vor Ort der Freizeit angepasst werden. Hier auf dieser Seite gibt es einige Vorlagen, zum Beispiel für eine allgemeine Elterninformation, Zu- und Absagen etc.

 

Müssen Eltern schriftlich versichern das die Kinder mit keinen infizierten Kontakt hatten und/oder Vorerkrankungen haben?

> Nein, dazu gibt es keine Verpflichtung. Die Info, dass Kinder mit Verdacht auf eine Infektion nicht teilnehmen dürfen, sollte im Elterninfobrief stehen.
Wenn es euch sinnvoll erscheint, eine solche Versicherung schriftlich zu haben, könnt ihr das z.B. als Checkbox in eure Freizeit-Anmeldung direkt einbauen oder auf einem extra Blatt bestätigen.
Ein Muster dafür könnte so aussehen:

GESUNDHEITSBESTÄTIGUNG
Name der Gruppe/der Freizeit/des Angebots:
Vorname und Name des Kindes:
Hiermit bestätige ich mit meiner Unterschrift, dass

  • mein oben genanntes Kind in den letzten 14 Tagen keinen Kontakt zu einer an Covid-19 erkrankten Person hatte,
  • mein oben genanntes Kind aktuell keine Symptome von Covid-19, namentlich Geruchs- und Geschmacksstörungen, Fieber, Husten sowie Halsschmerzen hat,
  • wir den Träger/Verband/Verein sofort informieren, falls eine Person während der Freizeit/des Angebots an Covid-19 erkrankt und mein oben genanntes Kind Kontakt zu dieser Person hatte,
  • mein oben genanntes Kind an der Freizeit/am Angebot nicht teilnimmt, falls einer der oben genannten Ausschlussfälle nach Absenden dieser Bestätigung eintrifft,
  • wir unser oben genanntes Kind bei Auftreten von Krankheitsanzeichen während der Freizeit/des Angebots umgehend abholen werden sobald dies vom zuständigen Gesundheitsamt angeordnet wird,
  • wir unser oben genanntes Kinder bei Auftreten von Krankheitsanzeichen während des Gruppentreffens umgehend abholen werden.

Datum und Unterschrift eines Elternteils/Personensorgeberechtigte

 

Was müssen meine Teilnehmenden vorab wissen?

> Teilnehmende müssen rechtzeitig über getroffene Hygienemaßnahmen informiert werden.

> Mit den Teilnehmenden diese zu Beginn der Veranstaltung durchzugehen, ist sinnvoll.

 

Welches Gesundheitsamt ist zuständig?

> Bei einem Ausbruch noch auf der Freizeit oder bei einer Meldung einer Person nach der Freizeit ist jeweils das Gesundheitsamt zuständig, wo man sich befindet. Bei der Freizeit das Amt des Bezirks, in dem die Freizeit stattfindet, ansonsten das des Bezirks, in dem man wohnt.

Hier könnt ihr das zuständige Amt nach PLZ suchen: https://tools.rki.de/PLZTool/

Wann muss ich bei meinem Angebot die Abstandregel beachten?

> Die Abstandsregel von 1,5m wird generell empfohlen.

Gibt es ein Muster für ein veranstaltungsspezifisches Hygienekonzept?

> Ihr dürft euch gerne bei der Akademie der Jugendarbeit BW bedienen.

> Im Downloadbereich sind zwei Musterhygienekonzepte für Veranstaltungen mit und ohne Übernachtung zu finden
 

 

Politische Fragen

Brauchen Kinder und Jugendliche Freiräume?

Eine gute Frage: natürlich Ja! Der BDKJ Rottenburg-Stuttgart hat ein Positionspapier zu "Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume -  jetzt!" veröffentlicht. Dabei wird die Kirche als auch die Landespolitik dazu aufgerufen Räumlichkeiten für Kinder, Jugendliche und Familien zu öffnen. Die ausführlichen Forderungen findet Ihr weiter unten im Downloadbereich "Positionspapier Freiräume". 

Positionspapier Freiräume

Auch der Landesjugendring Baden-Württemberg hat viele Fragen auf seiner Seite in einem FAQ geklärt: https://www.ljrbw.de/corona

Um Notfälle in der kirchlichen Jugendarbeit zu verhindern und im Notfall dennoch kompetent reagieren zu können, gibt es einen Handlungsleitfaden und zahlreiche Checklisten im Bereich SERVICE/Notfallmanagement.

Downloadmaterialien

Corona-Verordnungen und mehr

Vorlagen Schriftverkehr

Vorlagen Hygienekonzept - Präventions- und Ausbruchsmanagement

Material Angebote

Spirituelle Materialien und Ideen