• Barrierefreiheit (A)
  • offene Räume

    Warum es mehr offene Räume in der gemeindlichen Jugendarbeit braucht

    Die Bereitstellung offener Räume für Kinder und Jugendliche bietet der Kirchengemeinde eine einzigartige Möglichkeit, sich aktiv in der Gesellschaft zu engagieren und ihren Einflussbereich zu erweitern. Ein offener Treffpunkt ist mehr als nur ein Gebäude; er ist ein lebendiger Ort der Begegnung, der Kreativität und des Wachstums.​

    Positive Effekte für Kinder und Jugendliche
    Offene Räume bieten jungen Menschen einen sicheren Hafen abseits von schulischem Druck und familiären Konflikten. Sie schaffen einen Ort, an dem sich Kinder und Jugendliche frei entfalten können. Dies fördert ihre sozialen Kompetenzen, da sie hier lernen, mit unterschiedlichen Menschen umzugehen, Konflikte friedlich zu lösen und Empathie zu entwickeln. Die angebotenen Aktivitäten wie Kunst, Sport oder Musik stärken ihre Selbstwirksamkeit und ihr Selbstvertrauen. Die Jugendlichen werden nicht nur passiv unterhalten, sondern aktiv in die Gestaltung des Raumes und der Angebote einbezogen, was ihr Verantwortungsbewusstsein stärkt.

    Vorteile für die Kirchengemeinde
    Ein offener Raum für Jugendliche ermöglicht der Kirchengemeinde, ihre Pforten für die gesamte Gemeinschaft zu öffnen und ihre Relevanz zu demonstrieren.

    • Positive Wahrnehmung: Die Kirchengemeinde wird als moderner, offener und bürgernaher Akteur wahrgenommen, der sich um die Belange der jungen Generation kümmert. Das schafft Vertrauen und baut Brücken zu Familien, die sonst vielleicht keinen direkten Kontakt zur Kirche hätten.
       
    • Generationenübergreifender Dialog: Offene Räume schaffen eine Plattform, auf der verschiedene Generationen zusammenkommen können. Ältere Gemeindemitglieder können ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Jüngeren weitergeben, während die Jugendlichen neue Perspektiven und Impulse in die Gemeinde bringen.
       
    • Gewinnung von Ehrenamtlichen: Der Treffpunkt bietet zahlreiche Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement. Gemeindemitglieder können sich als Mentoren, Bastelgruppenleiter oder einfach als Ansprechpartner einbringen und so die Gemeinschaft stärken.
       
    • Sichtbarkeit und Relevanz: Indem die Kirchengemeinde diesen Ort bereitstellt, wird sie zu einem wichtigen sozialen Anker im Viertel. Sie erfüllt eine gesellschaftliche Aufgabe, die weit über das rein kirchliche Angebot hinausgeht und macht die Gemeinde als relevanten und wichtigen Partner sichtbar.

    Ideen und Beispiele

    HiBu 11

    Das HiBu11 ist ein offener Kinder-/Jugendtreff und ein Raum für Begegnung und Engagement in Biberach in der Hindenburgstraße 11, also mitten in der Fußgängerzone.

    Schüler*innen haben montags bis donnerstags die Möglichkeit ihre Mittagspause dort zu verbringen. Während der Lunchtime, können sie ihr selbst mitgebrachtes Essen, egal ob den Döner, Pizza, Asia Imbiss,... oder das Essen von zu Hause im HiBu11 verzehren. Die Küche steht frei zur Verfügung. Über die Lunchtime hinaus gibt es den offenen Treff.

    HiBu11 ist für die Schüler/innen eine Anlaufstelle zum Freunde treffen, Spielen, Chillen, Lernen,... .

    Viele beschreiben HiBu11 als eine Mischung aus Wohnzimmer und Café. Die Kinder und Jugendlichen die hier herkommen, fühlen sich sichtlich wohl und kommen regelmäßig, aber es gibt auch jede Woche mindestens ein neues Gesicht.

    Die Lunchtime läuft gut und der Rest muss noch wachsen. In den Sommerferien fanden zwei Ferien-Aktionstage statt, einmal mit der Teilnahme an der Lebensmittelretter-Challenge und ein Ausflug nach Ulm in die Jumphalle sowie Freizeit in der Stadt.

    Auch im Herbst soll es erneut solche Ferienaktionen geben.

    Open Juref HN

    Jugendtreff Sunshine

    Der Jugendtreff Sunshine in Esslingen-Sulzgries, der in Trägerschaft der katholischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen ist, ist ein offener Treff für Kinder und Jugendliche ab der ersten Klasse. Neben festen Angeboten (Nähwerkstatt, Mädels- und JungsTreffs) gibt es täglich auch einen offenen Treff. Hier kann Tischkicker oder Billard gespielt werden, an der Kletterwand geklettert oder Gesellschaftsspiele gespielt werden, ab und zu wird auch an der Konsole gezockt. An der Theke können Kleinigkeiten eingekauft werden oder auch einfach nur ein Plausch mit den Sozialpädagogen vor Ort gehalten werden. 

    Die Kinder lernen im Sunshine nicht nur mit dem Kopf die wichtigsten christlichen Grundbotschaften, sondern sie erfahren sie selbst: Dass sie da sein dürfen, dass sie wertvoll sind, dass sie einen Unterschied machen, dass es Regeln gibt und Kompromisse ausgehandelt werden müssen. Respekt, Selbstachtung und Achtung vor den anderen werden hier nicht nur gelehrt, sondern im realen Leben miteinander eingeübt. Für diese wichtige Übungszeit bleibt in anderen Bildungseinrichtungen oft keine Zeit mehr übrig. Da stehen Lern-Inhalte im Vordergrund. In der offenen Jugendarbeit sollen die jungen Menschen selbst im Fokus stehen können. Bildung heißt in diesem Ansatz, dass sie sich selbst bilden, dass sie sich ausbilden dürfen zu dem Menschen, der sie sind – Identitätsbildung im Fachbegriff. Identität kann man nicht lernen. Identität bildet sich im Miteinander und im Austausch, im Ausprobieren und im Spiel. Genau dazu haben die Kinder im Sunshine die Möglichkeit.

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