katholisch. politisch. aktiv.

Jahr der Jugend 2018/19

Kirche braucht Jugendliche nicht erst morgen

Am 25. November – dem diözesanen Jugendsonntag - wird Bischof Fürst im Anschluss an die Jugendsynode des Vatikans für die Diözese Rottenburg-Stuttgart ein Jahr der Jugend ausrufen.
Ziel ist, Aufmerksamkeit für die vielfältige katholische Jugendarbeit auf allen Ebenen zu wecken.

Der BDKJ ist sich sicher: Für eine aktive und zukunftsfähige Jugendpastoral müssen die ehrenamtlichen Akteure der katholischen Jugendarbeit künftig stärker beteiligt werden. Die Kirche braucht junge Menschen, um von ihnen zu lernen.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene der Jugendverbände und Jugendorganisationen sind ein lebendiges Beispiel dafür, wie das Gestalten einer demokratischen Gesellschaft eingeübt werden kann. Sie lernen den sozialen Umgang mit einander. Sie lernen ihre Wünsche, Anliegen und auch ihre Kritik zu äußern. Sie lernen sich für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen und dafür, die Schöpfung zu bewahren.  Dafür benötigen sie Unterstützung und Begleitung. Sie benötigen pastorales Personal, das sich Zeit für sie nimmt, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sich mit ihnen, ihrem Glauben und auch ihren Zweifeln auseinandersetzt.

Kirchliche Jugendarbeit, die im besten Fall verbandlich ist, braucht eine Lobby.
Ein erster Meilenstein zu mehr Beteiligung besteht in der Unterstützung des Diözesanrates, der mit großer Mehrheit den Vorschlag befürwortet, die Zahl der JugendvertreterInnen in den Kirchengemeinderäten von einer Person auf zwei zu erhöhen.  Darüber hinaus braucht es jedoch eine generelle Bereitschaft der Entscheider und des pastoralen Personals, die Lebensrealität von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei Entscheidungen und Maßnahmen, die sie betreffen, zu berücksichtigen. Der BDKJ spricht dabei vom U28-Blick, der die Welt durch die Jugendbrille sieht. So sei etwa bundesweit ein eigener Lehrstuhl für Jugendpastoral wünschenswert oder passende Stellen für Jugendarbeit, die Jugendliche vor Ort wertschätzt, fördert und beteiligt.

Ablauf

FAQ's

Was sind die Ziele des Jahres der Jugend?
Während des Jahres der Jugend sollen Jugendlich mit ihren Anliegen ganz bewusst, ernsthaft und vorurteilsfrei in den Blick der Diözese genommen werden, um so die Kirche der Zukunft offen und lebensnah gestalten zu können. Hierzu bietet das Jahr der Jugend eine Plattform, um innerhalb der Kirche, sowie der Gesellschaft zu zeigen, was Jugend(verbands)arbeit ausmacht und besonders macht, was Jugendliche brauchen und was die Grundlagen katholischer Jugend(verbands)arbeit sind. Folgende Ziele sollen durch eine aktive Beteiligung am Jahr der Jugend erreicht werden:
Beteiligen:

  • Mehr Möglichkeiten für junge Menschen, um bei  Entscheidungen, die heute getroffen werden, gehört und beteiligt zu werden
  • Bessere Beteiligungsformate für junge Menschen auf allen Ebenen

Wertschätzen:    

  • Regelmäßiger Austausch zwischen Jugendlichen vor Ort und Verantwortlichen der Gemeinden, Dekanate und der Diözese
  • Aufmerksamkeit für Vielfalt jugendlicher Lebenswelten und die vielfältige Jugendarbeit in unserer Diözese auf allen Ebenen wecken
  •  Stärkung der innerkirchlichen Wertschätzung von jungen Menschen und Jugendarbeit

Förden:

  • Mehr Unterstützung und Förderung durch personelle Präsenz
  • Orte, Möglichkeiten und AnsprechpartnerInnen bieten, damit junge Menschen ihren Glauben erfahren und leben können

Wer soll mit dem Jahr der Jugend erreicht werden?
Mit dem Jahr der Jugend sollen Haupt- und Ehrenamtliche, sowie VerantwortungsträgerInnen der Kirche und ihre MitarbeiterInnen auf allen Ebenen erreicht werden, insbesondere pastorale MitarbeiterInnen, ReligionslehrerInnen, DiözesanrätInnen, DekanatsrätInnen und KirchengemeinderätInnen.

Wie kann ich mich als junger Mensch beteiligen?

  • Ladet die Verantwortlichen eurer Gemeinde und eures Dekanats zu euren Veranstaltungen und Treffen ein, damit sie erleben können was Jugend(verbands)arbeit ausmacht. Die 72-Stunden-Aktion ist eine Möglichkeit, die es euch erleichtern kann mit Haupt- und Ehrenamtlichen in Kontakt zu treten und konkrete Unterstützung für euer Projekt zu fordern.
  • Nehmt Einladungen zu Dekanatsrats- und Kirchengemeinderatssitzungen oder andere Gremiensitzungen an und nutzt die Gelegenheit um eure Erwartungen und Wünsche zu äußern.
  • Nehmt an der Abschluss Veranstaltung am 30.05.2019 teil und feiert gemeinsam mit Bischof Dr. Gebhard Fürst das Jahr der Jugend.

Wie kann ich mich als „VerantwortlicheR“ (haupt- und ehrenamtliche Gremienmitglieder beteiligen?

  • Setzen Sie sich in Ihrer Gemeinde, Ihrem Dekanat und der Diözese aktiv mit jungen Menschen und Jugend(verbands)arbeit auseinander und informieren Sie sich darüber, was insbesondere katholische Jugend(verbands)arbeit ausmacht, beispielsweise mit Studienteil zum Thema „Jugend“.
  • Gehen Sie gezielt auf junge Menschen und Jugendgruppen zu. Nutzen Sie hierzu die 72-Stunden-Aktion vom 23. – 26.Mai 2019 und bieten Sie Ihre Unterstützung an.
  • Nutzen Sie die Dekanatsrats- und Kirchengemeinderatssitzungen oder andere Gremiensitzungen, um junge Menschen dorthin einzuladen und gezielt mit ihnen ins Gespräch zu kommen, Unterstützung zu bieten und sich auszutauschen. Gerne können Sie auch die Verantwortlichen der Jugendarbeit vor Ort ansprechen und in deren Gremiensitzungen, Gruppenstunden, Veranstaltungen etc. vorbei schauen.

Wie können wir uns als Verband beteiligen?

  • Motiviert eure Orts- und Dekanatsgruppen die Verantwortlichen ihrer Gemeinden und Dekanate zu ihren Veranstaltungen und Gruppenstunden einzuladen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, Forderungen zu eurer aktuellen Situation zu stellen und sich Unterstützung für ihre Arbeit zu sichern, mit dem Ziel in regelmäßigem Austausch miteinander zu stehen.
  • Motiviert eure Orts- und Dekanatsgruppen Einladungen zu Dekanatsrats- und Kirchengemeinderatssitzungen oder andere Gremiensitzungen anzunehmen, damit sie die Gelegenheit nutzen können um ihre Erwartungen und Wünsche zu äußern.
  • Nehmt an den Gesprächsforen auf Diözesanebne teil.
  • Nehmt an der Abschluss Veranstaltung am 30.05.2019 teil und feiert gemeinsam mit Bischof Dr. Gebhard Fürst das Jahr der Jugend.

Katholische Jugendarbeit

Was macht katholische Jugend(-verbands) arbeit aus?
Ziel, insbesondere der verbandliche Jugendarbeit, ist es, dass aus der Jugend(verbands)arbeit  reflektierte, selbstbewusste Persönlichkeiten, die als StaatsbürgerInnen, als ChristInnen die Gesellschaft und Kirche mitgestalten, hervorgehen. Dies wird durch folgende sieben Prinzipien möglich:

Selbstorganisation, ist in der katholischen Jugend(verbands)arbeit selbstverständlich und wird gefördert wo es geht.
Partizipation: Jugendliche bringen ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche ein  und machen ihre Meinung deutlich. Sie werden gehört und ernst genommen.
Freiwilligkeit: Willkommen ist wer kommen will. JedeR kann sich in dem Mas einbringen in dem er/sie möchte, sich entwickeln und eigene Ideen entfalten.
Ehrenamtlichkeit: Es wird Verantwortung für andere übernommen, ohne dabei Geld zu verdienen- dafür aber Selbstvertrauen und Anerkennung.
Demokratie: Mitdenken und mitgestalten, eigene Meinungen entwickeln und vertreten, sich mit Themen auseinandersetzen und Überzeugungsarbeit leisten und dabei die Ansichten anderer achten.
All das kann in einem katholischen Jugendverband gelernt werden.
Lebensweltbezug: Es wird der notwendige Rahmen geboten um vor allem auch mit Altersgenossen über aktuelle Themen und Schwierigkeiten zu sprechen.
Christlicher Glaube: Im alltäglichen Miteinander wird versucht, nach christlichen Werten zu handeln und dabei zu zeigen: Du bist nicht allein.

Auf diese Art und Weise sind Jugendverbände Kirche, dadurch haben sie eine hohe Evangelisierungskompetenz.

Was baucht Jugend?
Räume um gemeinsam mit anderen eigene Antworten auf existentielle Fragen des Lebens zu suchen und zu finden und sich persönlich weiter zu entwickeln. Dafür benötigen sie Unterstützung und Begleitung. Sie benötigen (pastorales) Personal, das sich Zeit nimmt und mit ihnen ins Gespräch kommt. Bezüglich der kirchlichen Jugend(verbands)arbeit braucht es eine Lobby, denn das ehrenamtliche Engagement in der kirchlichen Jugend(verbands)arbeit bedarf einer innerkirchlichen Wertschätzung durch MitarbeiterInnen der Kirche.

Was sind Grundlagen der katholischen Jugendarbeit?
Katholische Jugendarbeit ist ein „Teil des Dienst der Kirche mit, unter und an jungen Menschen“ (Diözesansynode).  Durch die deutliche Veränderung der Lebenswirklichkeit junger Menschen und die gewachsene Distanz zur Kirche ist der Auftrag, das Leben junger Menschen zu inspirieren und mit ihnen Gesellschaft zu gestalten, dringlicher und schwieriger denn je. Um diesem Auftrag gerecht werden zu können ist das personale Angebot aller Beteiligten eine wichtige Grundlage für die Jugendarbeit in der Diözese. Ausgangspunkt der Jugendarbeit sind junge Menschen mit ihren Ansichten und Fragen, mit dem Ziel das Evangelium zu erschließen, damit sie ihren persönlichen Lebensweg finden, sich zu solidarischen Menschen entwickeln, ihre Berufung im Gottesvolk erkennen und Baumeister einer Zivilisation der Liebe und Gerechtigkeit werden (vgl. Evangelii nuntiandi).

Für ausführliche Informationen siehe:
Würzburger Synode
Diözesansynode  
Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit
Spiri-Konzept
Kirche bewirbt sich

Informationsmaterial und Downloads

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Kontakt

Christina Haaf
Christina Haaf
Projektassistenz Jahr der Jugend
07153 3001 -137
chaaf@bdkj.info